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Stress - so individuell wie du und ich

Der erste Satz auf Wikipedia besagt: Stress (englisch für ‚Druck, Anspannung‘; von lateinisch stringere ‚anspannen‘) bezeichnet zum einen durch spezifische äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung. (https://de.wikipedia.org/wiki/Stress)


Grob kann man zwei Arten von Stress unterscheiden.

  • Eustress - so wird der als positiv empfundene Stress bezeichnet. Viele kennen es vielleicht noch vom Studium, wo man zwei Tage vor der Prüfung beginnt zu lernen oder wenn man den Koffer für die Reise leicht hektisch am Abend vor der Abreise packt. Man hat vorher ja nicht die Zeit dazu gehabt ;) . Beim Eustress wechseln sich die Zustände von Stress und Entspannung ab. Deine inneren Kräfte werden aktiviert, du wirst leistungsfähiger und agierst glücklich, stark und optimistisch.

Anders aber beim

  • Distress - negativer Stress, der dauerhaft anhält, blockiert, macht und handlungsunfähig und hilflos und kann bis zum Burnout führen. Es gibt nicht wirklich Zeit zu entspannen und auf Dauer wird man gereizt und erschöpft.

Doch was ist jetzt Stress?

Stress ist für jedes Lebewesen etwas anderes. Bezogen auf den Menschen ist es auch hier enorm individuell, denn schon alleine die Herkunft, der soziale Status, die erhaltene Bildung, der Werdegang, die eigenen Werte etc., all das beeinflusst, wie die Person für sich Stress identifiziert, empfindet und wie dieser im Detail aussieht.

Themen, die vermutlich bei fast jeden eine Art von Stress auslösen, sind Krankheit bzw. Tod von Familienmitglieder und geliebten Menschen, wie auch Gewalt, Hunger und Schmerzen. Das kann man auch auf den "Urinstinkt" zurückführen, da es hier ums nackte Überleben geht und in solchen Situationen unser Hirn über Kampf oder Flucht entscheidet.


Doch warum empfinden Schüler Stress, wenn sie laut vor der Klasse vorlesen müssen? Warum ist die Mitarbeiterin gestresst, wenn sie der Vorgesetzte zum Gespräch bittet?

Der Schüler hat vielleicht Angst, sich zu verlesen und ausgelacht zu werden. Die Mitarbeiterin denkt, sie hat etwas falsch gemacht und bekommt deshalb vom Chef eine auf den Deckel.

Beide haben eines gemeinsam, aufgrund von ihrer Erfahrung und ihrem Denkmuster verspüren sie in dieser Situation Stress, obwohl sie das vermutlich nicht müssten.

Und genau dieser Stress kann dazu führen, dass die dominante Gehirnhälfte übernimmt. Das kann sich dann so äußern, dass das Sehen im Mittelfeld eingeschränkt ist, was sich negativ auf das Lesen auswirkt. Oder die Mitarbeiterin kann das Gesprochene vom Vorgesetzten nur begrenzt wahrnehmen und nicht mehr in Kontext bringen mit dem tatsächlichen Thema und daraus könnten Missverständnisse entstehen.

Stress macht somit einiges schwieriger als es schon ist.

Was also tun? Wie kann ich meinen Stress lösen?

  1. Ein Bewusstsein schaffen - ich erkenne meine Stress-Situation z.B. unruhig im Unterricht, vor allem wenn es um das Thema lesen geht

  2. Die Ursache(n) herausfinden

  3. Woher kommt der Stress, was ist der Auslöser = Stressor? z.B. ich muss laut vor der Klasse lesen

  4. Wann tritt er auf? z.B. kurz bevor ich lesen muss oder wenn ich daran denke

  5. Wie äußert er sich? z.B. Schwierigkeiten flüssig zu lesen

  6. Was verbinde ich mit diesem Stress? Welche Emotionen kommen hoch? z.B. Angst zu Versagen, Gefühl der Zugehörigkeit

  7. Akzeptanz der Situation - ich akzeptiere und nehme die Situation, wie sie bis jetzt war an, alles, was davor passiert ist, kann ich nicht mehr ändern, es liegt in der Vergangenheit

  8. Veränderung - ich arbeite daran, den Stress zu mindern/lösen, bin motiviert etwas aktiv zu ändern, hole mir Hilfe/Unterstützung durch z.B.

  9. Kinesiologie

  10. Mentaltraining

  11. Achtsamkeitstraining

  12. Psychotherapie etc.

Hier gibt es viele verschiedene Methoden, die Themen, die in mir Stress auslösen zu bearbeiten. Genauso individuell wie der Stress selbst sind auch die Möglichkeiten, die Menschen dabei unterstützen, Entspannung zu finden.

Warum ist es wichtig sich Stress bewusst zu werden und ihn zu bearbeiten bzw. sich zu entspannen?

Stress schwächt unser System (Körper, Geist und Seele) und macht uns auf Dauer krank. Oftmals bemerkt man, dass man nach einer anstrengenden Zeit z.B. Umzug, Prüfungsphase, Projekt in der Arbeit etc. an einer Infektion erkrankt, da hat auch jeder Mensch unterschiedliche "Präferenzen". Schnupfen, Schlappheit, Halsschmerz, Kopfschmerzen, Magen-Darm Beschwerden, Blasenentzündung etc. Das liegt daran, dass der Körper in dieser längeren Stress-Situation sich im Kampf-Modus befunden hat. Man wusste, dass es einen Tag X, also eine Deadline gibt und darauf hat man hingearbeitet. Bis dahin hat der Körper auch mitgespielt und wenn dieser Tag gekommen ist, dann verlangt das System seine (verdiente) Ruhepause. Das Immunsystem wurde im Kampf-Modus geschwächt und darum gehen solche "stressigen Phasen" oftmals mit einer leichten Infektion einher. Doch was passiert, wenn dieser Tag X nie kommt? Das kann man vermutlich nicht vorhersagen, wie das System auf stetigen Stress reagiert. Nur eines ist sicher, der Mensch ist keine Maschine und braucht die Balance zwischen Spannung und Entspannung. Der Körper gibt uns genügend Zeichen, wir müssen diese wahrnehmen und verstehen.


Deshalb sehe ich hier ein enormes Potenzial für die kinesiologische Methode und die ganzheitliche Betrachtung von bestimmten Beschwerden.

Stress verschwindet nicht von heute auf morgen, aber er taucht auch nicht plötzlich auf, hier benötigt es auch einer stetigen Entwicklung. Das frühe Bewusstsein für das Thema ist enorm wichtig und kann einen gravierenden Beitrag zur Gesundheitsförderung leisten.


Darum plädiere ich auf ein gesundes Stress-Bewusstsein und die Bereitschaft Unterstützung zu suchen, denn es gibt Wege, die man nicht alleine gehen muss.

Bleib mutig, stark und in Balance


Deine Pia



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