top of page

Meine sportlichen Erfolge und was Kinesiologie damit zu tun hat

Wer mich in meiner Jugend bzw. meinen Anfang 20ern kennengelernt hätte, der hätte nie das Attribut sportlich verwendet, um mich zu beschreiben.

Obwohl ich in einer Sportvolksschule war und turnen wirklich geliebt habe, war ich immer etwas „fester“. Ich hatte „starke Knochen“ wurde mir damals gesagt.

Trotz meiner Beweglichkeit und meinen Leistungen im Turnen sah ich aber nicht wirklich so aus. Als Kind habe ich auch wirklich gerne gegessen und meine Großmütter haben mir auch gerne zu essen gegeben, eine tolle Symbiose 😉






Im Gymnasium fühlte ich mich nie wohl in meinem Körper. Dafür gehänselt wurde ich nicht, aber ich bildete mir ein, dass ich einfach nicht dem Schönheitsideal entsprach. Nach der Matura war ich für acht Wochen in Kalifornien und kam dann mit über 80 kg Körpergewicht zurück (auf 1,70 cm). Da waren dann meine Knochen extrem stark 😂 (siehe Foto).






Im Studium wurde ich dann sogar mal von einem Vortragenden auf mein Übergewicht neckisch „angesprochen“ (eine Studienkollegin hat mich in dem Moment verteidigt wie eine Löwin 🦁), doch ich wusste, er hatte nicht so unrecht und ich musste etwas ändern. Wie es im Erwachsenwerden so ist, kamen noch „Liebesprobleme“ hinzu und ich begann zu laufen. Damals sagte ich sogar scherzhaft „ich laufe von meinen Problemen davon“. Das Laufen war für mich damals wie Therapie, Musik rein und los gings. Langsam konnte ich immer weiter und auch schneller laufen und ich genoss es richtig. Es gab nur mich, die Musik und meine Gedanken. Laufen wurde ein Teil von mir und mein Körper veränderte sich durch den Sport.






Als ich nach Berlin ging, war das Laufen immer noch konstanter Teil meines Lebens. Ich wurde sogar Teil einer Laufgruppe und lief meinen ersten offiziellen 10-km-Lauf, mit dem Ziel es unter einer Stunde zu schaffen. Dieses Ziel habe ich auch durch konsequentes Training erreicht und war sehr stolz auf mich und meine Leistung. Dafür gab es dann Bier 🍻











Zurück in Wien habe ich nach langem Überlegen endlich mit CrossFit begonnen.

CrossFit = High Intense gemischt mit Cardio, Weightlifting, hier wird gefühlt alles Menschenmögliche gemacht, so schnell wie nur möglich. Ich hatte zuvor in Berlin schon regelmäßig in einem Kurs im Fitnessstudio teilgenommen, in dem High Intense Training mit Körpergewicht und leichten Zusatzgewichten gemacht wurde, doch CrossFit war anders. Ich fand in der kleinen, überschaubaren Gruppe schnell Anschluss und merkte, wie ich rasch besser wurde. Eine Stunde lang den Kopf ausschalten und Gewichte herumschmeißen, das machte mir unheimlich viel Spaß.

Doch es gab immer wieder Übungen, die ich nicht konnte. Ein Klimmzug war eines meiner Riesenziele. Es dauerte nicht lange, da ließ ich mir meinen ersten Trainingsplan schreiben und investierte zusätzlich noch in eine Ernährungsberatung. Natürlich war der Gewichtsverlust eines der oberen Ziele, sowie stärker zu werden und endlich die Übungen machen zu können, die bei anderen so superleicht aussahen. Über ein Jahr war das Training, neben meinen 20 Stunden im Labor und meinem berufsbegleitenden Masterlehrgang alles für mich. Es war meine „Me-Time“. Zeit, die ich mit mir selbst verbrachte, wieder mit motivierender Musik und meinen Gedanken. Ich schaffte mir dadurch einen optimalen Ausgleich zu dem ganzen drumherum.


Irgendwann nach über einem Jahr passierte aber etwas. Es machte mir immer weniger Freude und es kostete mich viel Energie mich für das Training aufzuraffen. Ich habe es damals als „Trainings-Burn-Out“ bezeichnet. Ich war sehr lange so motiviert und voll dabei, dass es irgendwann zu viel wurde. In dieser Zeit habe ich ohne Trainingsplan sporadisch vor mich hintrainiert. Wie es mir halt Spaß machte, aber ohne Zwang oder Ziel. Natürlich stieg hier wieder das Gewicht und die Leistung ließ nach, aber es ging nicht anders, auch wenn ich es noch so sehr gewollt hätte.

Im Februar 2020 beschloss ich wieder nach einem Trainingsplan zu trainieren und mich coachen zu lassen. Mein Ziel war 100 kg Back Squat (=Kniebeuge) bis ich 30 Jahre alt bin. Meine damalige Trainerin hatte großes Vertrauen und meinte „Das schaffst du locker“. Tja, wenn da nicht dieser kleine Virus gewesen wäre, der die Welt auf den Kopf gestellt hat. Trotz Corona ging das Training aber weiter. Anna Donauer, meine Trainerin, hat ihrem ganzen Team mit online Gruppenworkouts und online Selfcare Austauschtreffen durch die erste Lockdownzeit geholfen. Im Sommer ging es sogar eine Woche nach Salzburg auf ein Retreat, in dem ich Freunde fürs Leben gefunden habe. An dieser Stelle, großes Danke an Anna 🤍 und das beste Team, von dem ich ein Teil sein konnte! 🧈


Als ich durch meine Kündigung und meine Selbstständigkeit mein Leben veränderte, wollte ich auch mein Training erneut an meine Bedürfnisse anpassen. Ich ging weg vom CrossFit hin zum „klassischen“ Kraftsport. Es gab wieder Ziele: wieder mal Klimmzüge (gingen im Trainings Burn Out verloren), Körpergewicht etwas reduzieren und einfach stark werden. Meine Trainerin unterstützt mich neben den Trainingsplänen auch bei der Ernährung. Für mich zwei Dinge, die enorm ineinander spielen und aufeinander abgestimmt gehören. Es soll nicht nur das eine oder das andere sein, sondern beides in Balance miteinander abgestimmt werden.


Als ich 30 wurde, war ich doch noch etwas von meinem Ziel, mit 100 kg auf den Schultern in die Knie zu gehen und wieder aufzustehen, entfernt. Also stand das auch auf meiner Liste ganz oben. Natürlich war ich an meinem 30ten Geburtstag etwas enttäuscht, dass ich das eine Ziel, das ich mir gesteckt habe, nicht erreicht habe, doch dafür bin ich in dem Pandemie-Jahr gewachsen und im Lockdown fitter geworden, das kann auch nicht jeder von sich behaupten.


Doch warum mache ich das überhaupt? Ich gehe zurzeit viermal die Woche ins Fitnessstudio. Neben 20-30 Wochenstunden im Labor, der Selbstständigkeit, der Lebens und Sozialberater Ausbildung und meinem Leben. Das ist zeitintensiv. Doch es steht auf meiner Prioritätenliste ganz weit oben, denn für mich ist es noch immer meine „Me-Time“. Ich laufe zwar nicht mehr, dafür bewege ich verschieden schwere Gewichte in unterschiedliche Richtungen. Was aber gleichgeblieben ist, ist, dass ich mit meinen Gedanken allein bin. Egal ob ich gestresst, erfreut, traurig, wütend etc. bin, in diesen 2 Stunden kann ich mit mir ins Gespräch gehen. Mich fragen, warum es so ist, was dazu geführt hat und was ich daran aktiv ändern kann. Für mich ist und bleibt es Teil meiner Therapie, meiner Liebe zu mir selbst.


In der Kinesiologie spricht man immer von der Ganzheitlichkeit. Also dass Körper, Geist und Seele zugleich betrachtet werden und daran zeitgleich gearbeitet wird. Darum ist für mich die Bewegung so wichtig. Ohne Bewegung kann ich nicht reflektieren bzw. die Energie nicht fließen lassen. Um diese geistigen Veränderungen komplett zu manifestieren, brauche ich meinen Körper. Er ist mein „Gebäude“ und durch regelmäßige Bewegung achte ich auf die Erhaltung und Stärkung meiner Grundmauern.


Ich bin ein Verfechter davon, dass man sich mit sich selbst auseinandersetzten soll. Durch die Unterstützung im Rahmen einer Therapie oder Beratung ist es einfacher fokussiert an Themen zu arbeiten und Blockaden in kleinen Schritten zu erkennen und zu lösen. Doch man sollte den körperlichen Aspekt nicht aus den Augen verlieren.

Es müssen keine 100 kg Kniebeugen sein oder ein Marathon. Es reicht auch 15-20 Minuten gemütliches Walken oder Joggen. Ein paar Kilometer mit dem Rad oder einfach nur zu Hause zu einem Aerobic Video mitmachen. Hauptsache du bewegst dich regelmäßig und es macht dir Spaß. Du bringst deine Energie in den Fluss und kannst Geist und Körper verbinden.


Und so wie ich durch meinen Trainingsplan konstant an meiner körperlichen Stärke arbeite, so entwickle ich durch kinesiologische Balancen und Selbsterfahrungsstunden bei einer Lebens- und Sozialberaterin meine geistige Stärke. Letztendlich sollte es keine „dieses oder jenes“ sein, sondern ein „und“. Zusätzlich zum körperlichen Training auch mentale Unterstützung (Kinesiologie, psychosoziale Beratung, Mentaltraining etc.) in Anspruch nehmen. Denn nur so kommen wir zu der gewünschten GANZHEITLICHEN Gesundheit.


Bleib mutig, stark und in Balance Deine Pia


PS. Auch wenn es etwas gedauert hat, ich habe im Februar 2023 mein Ziel mit etwas Verspätung erreicht. 100 kg Kniebeuge - hier das Beweisvideo:


61 Ansichten4 Kommentare

4 Comments


Guest
Feb 23, 2023

Super Pia - Gratulation! Liebe Grüße Christian W.

Like
Replying to

Vielen Dank!😊

Like

Guest
Feb 21, 2023

Toll, Pia - und Danke, dass Du Deine Erfahrung so ungeschminkt weitergibst! Das hilft und macht Mut! Freue mich auf eine gemeinsame persönliche Erfahrung. Wie z B. vor einigen Jahren beim Tiergarten Lauf in Berlin. Lieben Gruß Constanze

Like
Replying to

Liebe Constanze! Danke dir! Das Laufen hat uns bei unserem ersten Kennenlernen schon verbunden 😊 eine tolle Erinnerung! Ich hoffe, wir sehen uns bald mal wieder! Alles Liebe Pia

Like
bottom of page